Eine grenzwertige Erfahrung mit dem deutschen Sommer musste die 2. Herren der SpVg am Mittwoch in Bremen machen, als man sich bei einer regelrechten “Kälteschlacht” im Stadionbad mit acht Spielern einen knappen 5:4-Auswärtserfolg erkämpfte. Den Siegtreffer erzielte Jonas Blume per Überzahltor in der 30. Minute.
Aufgrund universitärer und beruflicher Verpflichtungen konnte die SpVg die Begegnung nur mit acht Akteuren angehen, unter anderem fehlten mit Michael Hahn und Alexander Hachmeister zwei absolute Leistungsträger. Von Beginn an sorgten das nasskalte und windigen Wetter und eine dementsprechende Wassertemperatur für schwer erträgliche äußere Bedingungen, und auch eine Toranzeige und eine Bank für Trainer und Wechselspieler wären bei einem Oberligaspiel sicher nicht zu viel verlangt gewesen.
Das erste Viertel verlief durchaus nach Wunsch, Kapitän Björn Richter brachte sein Team durch zwei schöne Treffer mit 2:0 in Führung, in der Folge schlichen sich aber immer mehr Fehler beim Torabschluss ein, sodass eine frühe Entscheidung verpasst wurde. Da auch die Abwehr um Torhüter Jan-Torben Henning aber zumeist sicher stand, endete das zweite Viertel sogar komplett torlos (und dank einer sehr großzügigen Regelauslegung der Unparteiischen sogar komplett ohne Ereignis im Protokoll) sodass Laatzen mit der 2:0-Führung in die Halbzeit ging.
Nach und nach machten sich die Kälte und die fehlenden Wechselmöglichkeiten aber immer mehr bemerkbar, gut herausgespielte Chancen wurden leichtfertig vergeben oder vom starken Bremer Torhüter pariert. Insgesamt blieb die SpVg nach dem 2:0 in der 4. Minute grandiose 20 Minuten (!) ohne eigenen Treffer, allerdings gelang auch den Bremern erst in der 22. Minute das erste Tor, dem dann aber auch umgehend der 2:2-Ausgleich folgte. Nun rächten sich die Nachlässigkeiten der SpVg und die verpasste frühe Entscheidung, Bremen hatte Morgenluft gewittert und mit der vollen Besetzung von 13 Spielern auch die größeren Kraftreserven im kalten Wasser.
Wie schon am Vortag gegen Braunschweig nahm in dieser schwierigen Phase Torben Röttger das Heft in die Hand, erzwang durch Einzelaktionen immer wieder Chancen, und erzielte zwei Tore zum 3:4 in der 27. Minute, nachdem Nils Weilandt zwischenzeitlich zum 3:3-Ausgleich getroffen hatte. Erneut gelang Bremen aber der schnelle Ausgleich, als Alexander Korbel im Halbkreis nicht konsequent genug gestört wurde und zum 4:4 (29.) traf. Laatzen ließ sich aber nicht versichern, Jonas Blume traf im direkten Gegenzug zur erneuten 5:4-Gästeführung.
In der Schlussphase hieß es noch ein wenig Zittern, die Abwehr konnte die folgenden Bremer Angriffe aber abwehren, sodass die SpVg am Ende doch knapp mit 5:4 die Oberhand behielt: “Respekt an die Mannschaft, das war mit acht Spielern unter diesen äußeren Bedingungen eine echte Kraftprobe, wir haben uns durch das Auslassen klarster Torgelegenheiten selbst in Bedrängnis gebracht, so kam Bremen zurück ins Spiel und hat es uns bis zum Ende sehr sehr schwer gemacht“, resümierte Trainer Jens Möller und ergänzte augenzwinkernd: “Letztlich zählen nur die zwei Punkte und das Hinde und Robin nicht erfroren sind“.
SGW Bremen – SpVg Laatzen II 4:5 (0:2, 0:0, 2:1, 2:2)
SGW Bremen: Jakow Axelrod – Alexander Korbel (2), Dennis Bormann (1), Nils Weilandt (1), Julien Roof, Claus Döhling, Christian Kattenberg, Tim Weilandt, Samuel Rufo, Roland Meier, Till Peters, Tim Wiese und Keno Hesselbarth.
Trainer: Ingo Schäfer.
Schiedsrichter: Cord Ahlers und Walter Freund.
SpVg Laatzen II: Jan-Torben Henning – Jonas Blume (1), Timo Lorenz, Michael Hindemith, Torben Röttger (2), Robin Kaiser, Björn Richter (2) und Ingo Peper.
Trainer: Jens Möller, Manager: Tobias Müller.
